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Irma La Douce

Text Manuela Blisse / Creme Guides
·
Fotos © White Kitchen
·
10.12.2019
Das Irma La Douce in der Potsdamer Straße in Berlin serviert moderne französisch inspirierte Küche und hält eine vielfältige Weinkarte bereit.

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Sie könnte lasziv am Piano lehnen und eine Auster schlürfen oder an der Bar mit Sommelier Sascha Hammer flirten. Natürlich mit einem Glas Champagner in der Hand und den aktuellen Tratsch von der "Potse" parat. Irma la Douce, die unsterbliche Lebedame aus Billy Wilders Kult-Komödie von 1963, zergeht nun im Mund.

Mit dem Irma La Douce gibt es einen neuen Hotspot und Senkrechtstarter auf der Potsdamer Straße. Die ist ja inzwischen wieder quicklebendig geworden. Man denke nur an das Varieté Wintergarten, das Golvet, das Panama und die Barinstitution Victoria Bar. Nun also New French im Gründerzeitbau – Gegensatz und Harmonie in einem.

Die neuen Gastgeber um Eins44-Betreiber Jonathan Kartenberg sind coole Professionals. Die meterhohen Stuck-Räume, zuvor bespielt von der Brasserie Lumières, sind im Brasserie-Stil geblieben. Sie wurden jedoch wunderbar aufgehübscht. Mit einem illuminierten gläsernen Weinkühlschrank, einer Bahnhofsuhr namens Irma, goldenen Tischlämpchen und dem erwähnten Tasteninstrument.

Die Verruchtheit der la Douce liegt in der Luft. Ein Glas Deutz-Schampus für jeden Gast zur Begrüßung, weitere 50 Champagner sowie 300 europäische Weine, ausgesucht von Sommelier und Restaurantleiter Sascha Hammer, sorgen für Feinsinnigkeit im Glas.

Mit Felsenaustern, geräucherter Crème fraîche und Kaviar, die hübsch gebettet auf Kieselsteinen ruhen, kann man sich von Küchenchef Michael Schulz, der sozusagen aus der Nachbarschaft vom Golvet weggelockt wurde, zum Beginn des Abends verführen lassen. Klar, Austern sind mehr Einkauf von Topprodukten, denn kochen, aber das kann Schulz ebenfalls großartig.

Die Butter zum Sauerteigbrot mit Frankfurter Saucen-Kräutern mischen ist bodenständig und keck. Einen kalten Entree-Happen mit 1a-Geschmack vom munteren Service als "Tatarstulle" kommentieren zu lassen, typisch Berlin.

Angeräucherte Makrele, Selleriegremolata und Korianderkresse mit Apfel-Holunder-Hagebutten-Früchtetee – unterzogen mit viel Butter als Verbeugung vor der traditionellen französischen Kochkunst – ist schlichtweg geschmacksexplosiv.

Nachdem ein Silice Blanc – Saint Joseph von der Domaine Coursodon an der Rhone, ein Topweißwein aus der Marsanne-Traube, eingeschenkt wurde, folgt die kulinarische Lasterhaftigkeit auf dem Teller. Schnecken hüllen sich in knackige Rosenkohlblätter und kokettieren mit Lardo.

An sich sind die Vorspeisen sich selbst genug, eine Art Soulfood-Reigen mit Sexappeal auf Topniveau. Ente, sehr zartes Reh oder Seezunge könnten, müssten aber nicht noch folgen. Auch weil da optisch und im Texturspiel noch etwas Luft nach oben ist. Auch wenn die Seezunge mit Artischoke und Ras el Hanout den Gaumen kitzelt und Lebkuchen-Erinnerungen abruft.

Am besten lässt man den wunderbaren Abend ausklingen, wie er begonnen hat, mit Champagner. Höchstens noch begleitet von etwas Käse vom Meister und seinen Töchtern, Maître Philippe. Vielleicht setzt sie sich dann zu einem, die la Douce. Oder sie ist schon längst wieder entschwunden, um die "Potse" zu dem zu machen, was sie einmal war. Eine Vergnügungsmeile, die niemals schläft.

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