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Heute schon getankt?

Text Rüdiger Hirsch
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Fotos Aral, dpa, Archiv
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08.09.2021
Mit dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts trat das Automobil seinen Siegeszug an. Und schnell stellte sich dem Automobilisten recht schnell die Frage, wo und wie er denn zu seinem Kraftstoff kommt. Schließlich wollte man die neu gewonnene, moderne Mobilität genießen und nicht in der Reichweite eingeschränkt sein.

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Es scheint als würde sich die Geschichte zu wiederholen. Für die Pfede, für das bis dahin im Individualverkehr wichtigste Transportmittel, gab es zumindest entlang der wichtigen Postwege entsprechende sogenannte Ausspänne, wo Energie in Form von Ruhe, Wasser und Hafer „nachgetankt“ werden konnte. Zur Not steuerte man einfach den nächsten Bach an oder ließ das Ross am Wegesrand grasen. Für das Automobil mit seinen Kraftstoffen sah das noch gänzlich anders aus, ein Tankstellennetz existierte für das Fortbewegungsmittel natürlich noch nicht. Dieses Versorgungsproblem an Diesel und Benzin wurde damals meist von Drogerien und Kolonialwarenhändlern gelöst, die Benzin aus Fässern in Benzinkannen an den Endverbraucher verkauften. Da vor der Auto-Ära Lampen- und Schmieröle die wichtigsten Mineralöl-Erzeugnisse waren, hatten die lokalen Händler häufig bereits Kontakt zu den Herstellern und nahmen Automobil-Kraftstoffe mit in ihr Verkaufsprogramm auf.

Im Jahre 1922 errichtete OLEX, der Vorläufer der deutschen BP die ersten Tankhäuschen unter dem neuen Namen „Tankstelle“, darunter Anlagen in der Kölner Sudermannstraße und am Raschplatz in Hannover. Im April 1923 folgte die DAPG (Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft, später Standard Oil und dann ESSO) mit einer ersten Bürgersteig-Tankstelle vor der Drogerie R.Zippan in der Hamburger Wagnerstrasse, im selben Jahr begann auch B.V. ARAL mit dem Aufbau eines Tankstellennetzes. Leider ist in Deutschland kein Exemplar der Tankstellen aus dieser geschichtsträchtigen Zeit bis heute erhalten geblieben.

Mit den Tankstellen mit mehreren Zapfsäulen und Überdachung wie wir sie heute kennen hatten diese Tankanlagen noch nicht sehr viel gemeinsam. Aber diese, damals Großtankstelle genannte Art wurde immer populärer. Die wohl erste markengebundene Großtankstelle entstand im Jahre 1927 in Hamburg, gebaut und betrieben von der DAPG. Sie verfügte über die wichtigsten Merkmale, die auch heute noch gelten: Trennung vom Verkehr durch Zu- bzw. Abfahrt, ein kleines Gebäude für Tankwart und Kundschaft, eine Tankinsel mit Zapfsäulen, ein auf Stützpfeilern montiertes Dach zum Schutz vor dem Wetter und eine auffällige, beleuchtete Werbung. Die deutschen Wirtschaftswunderjahre bescherten den Betreibern von Tankstellen satte Wachstumsraten. Denn die rasch steigende Zahl von Kraftfahrzeugen brachte die nötige Kundschaft an die Zapfsäulen. Und so zählte man 1950 in Deutschland eine halbe Million Autos, zehn Jahre später waren es etwa 3,7 Mio. Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen, 1970 bereits 13,5 Millionen – damals teilten sich rein statistisch noch acht Personen ein Auto, heute kommt ein Fahrzeug auf zwei Einwohner.

Runter von der Autobahn, die richtige Zapfsäule finden, tanken, ein Getränk auswählen, Zeitung mitnehmen, bezahlen und weiter geht’s – so war – und ist es eine gewöhnliche Übung für jeden Autofahrer. Jedoch könnte der anstehende Mobilitätswandel diesen gelebten Vorgang auf den Kopf stellen. Denn Fahrer von Elektroautos haben andere Wünsche.

Große Herausforderungen für Tankstellenbetreiber

Und so hat Aral bereits seine ersten beiden „Ultraschnellladesäulen“ für Elektroautos eröffnet. Die Stationen erlauben eine Ladeleistung von bis zu 160 Kilowatt (kW), je nach Modell und Technik sollen Elektroautos innerhalb von etwa sechs Minuten Strom für eine Reichweite von Hundert Kilometer laden können. Eine Aufrüstung auf 320 kW ist laut Aral möglich, 80 Prozent der Batteriekapazität könnten sich dann in 10 bis 15 Minuten füllen lassen – bisher sind dafür allerdings keine geeigneten E-Pkw erhältlich. Um die Strom-Tankstellen von Aral zu nutzen, müssen sich Kunden entweder mit einer Ladekarte bzw. App oder im Online-Portal über den QR-Code an der jeweiligen Ladesäule anmelden. Die Bezahlung erfolgt über eine mobile Bezahl-Webseite per Debitkarte, Kreditkarte oder Paypal. „Die Mobilität der Zukunft wird aus einem Mix verschiedener Antriebstechnologien bestehen. Elektromobilität spielt dabei eine wichtige Rolle“, kommentierte Aral-Vorstand Patrick Wendeler die Investition in Ladesäulen. „Wir können als Marktführer im deutschen Tankstellengeschäft eine ideale Anlaufstelle für Elektroautofahrer sein, vorausgesetzt das Laden geschieht ähnlich schnell wie das Tanken flüssiger Kraftstoffe.“. Insgesamt verfügt Aral eigenen Angaben nach über rund 2400 Tankstellen in Deutschland und ist damit hierzulande Marktführer. Vor wenigen Tagen hat das Unternehmen seine Pläne für die „Tankstelle der Zukunft“ bekräftigt, an der sich Elektroautos später genauso schnell aufladen lassen sollen wie heute ein Tankvorgang bei Verbrenner-Pkw dauert.

Aral Tanken 10

Verschwindet die klassische Tanke bald aus dem Straßenbild?

Dann würde sich Geschichte wiederholen: So wie in den 1970er-Jahren als der Beruf des Tankwarts durch die Idee des „SB-Tankens“ ersetzt wurde. Oder erleben Tankstellen eine Wiedergeburt als Ladestationen, 24-Stunden-Supermärkte und Service-Hubs für neue Mobilitätsdienste?

Quellen: https://www.geschichtsspuren.de/artikel/verkehrsgeschichte/138-tankstellengeschichte.html

https://www.volkswagen.de/de/elektrofahrzeuge/elektromobilitaet-erleben/e-mobilitaet/so-koennen-tankstellen-in-zukunft-aussehen.html

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